Kahlschlag in Edewecht: Lebensraum in wenigen Stunden zerstört
- 31. März
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Aktualisiert: vor 2 Tagen

Am Freitag, den 27. März 2026, wurde in Edewecht ein Kahlschlag durchgeführt, der viele Menschen fassungslos macht. Innerhalb eines einzigen Nachmittags wurde ein Gebiet, das bisher unzähligen Staren als Schlafplatz diente, vollständig gerodet.
Besonders erschreckend ist der Zeitpunkt dieser Maßnahme: In Niedersachsen steht die Brut- und Setzzeit unmittelbar bevor, in einigen Bundesländern hat sie sogar bereits im März begonnen. Gerade in dieser sensiblen Phase sind viele Tierarten auf geschützte und ungestörte Lebensräume angewiesen.
Hinzu kommt, dass in Niedersachsen das sogenannte Sommerfällverbot gilt, das starke Eingriffe in Gehölzbestände im Zeitraum vom 1. März bis zum 30. September verbietet. Dass ausgerechnet jetzt ein solcher Kahlschlag erfolgt, stößt bei vielen Anwohnerinnen und Anwohnern auf großes Unverständnis – auch vor dem Hintergrund, dass der Star in Deutschland unter Schutz steht und auf der Roten Liste geführt wird.
Auslöser für den Kahlschlag waren offenbar Beschwerden einzelner Anwohner – etwa über Verschmutzungen durch Vogelkot, beispielsweise auf Solaranlagen sowie andere Anmerkungen. Doch die nun erfolgte radikale Lösung steht für viele in keinem Verhältnis zu den Problemen. Zahlreiche weitere Anwohner, die ebenfalls in dem Gebiet leben, zeigen sich erschüttert über das Vorgehen und die Konsequenzen.
Mit ihren eindrucksvollen Flugformationen boten die Stare ein Naturschauspiel, das von vielen bestaunt wurde - ein Phänomen, das hier nun keinen Platz mehr hat. Von den zuvor tausenden Tieren sind nur noch wenige 100 vor Ort. Es wurden zudem einige tote Vögel gefunden. Von der Rodung betroffen sind aber nicht nur die Stare: Auch zahlreichen anderen Tieren wurde schlagartig der Lebensraum entzogen – ein Lebensraum, der ohnehin zunehmend knapper wird.
Für uns ist klar, dass kurzfristige Interessen nicht über den Schutz wertvoller Lebensräume gestellt werden dürfen. Deshalb fordern wir eine gründliche Aufklärung darüber, wie es zu diesem naturzerstörenden Ereignis in einer so sensiblen und schutzbedürftigen Zeit kommen konnte.
Bericht der NWZ vom 02.04.2026:







